Wo RAUM ist, können Menschen sich entwickeln. Menschen brauchen MUT, um ihren TRAUM zu leben. Manche Menschen sind jedoch noch weit davon entfernt, ihre Träume zu leben, sondern kämpfen eher ums Überleben, physisch wie psychisch.
Diese und ähnliche Überlegungen waren wohl die Grundlage für die Entstehung einer neuen Einrichtung in Favoriten. Das Team, bestehend aus Linda Acikalin, Özlem Göcen und Özgün Yarar, bringt viel Professionalität und Erfahrung aus den Bereichen Psychotherapie, Beratung, Bildung und Kulturarbeit mit.
Mit dem Verein Mutraum, der 2025 gegründet wurde, bündeln sie nun diese Kompetenzen und bieten ein breites Spektrum an niederschwelliger Unterstützung an: Einzelpsychotherapie, Familienberatung, psychosoziale Beratung, Begleitung zu Behörden, Einzelselbsterfahrung & Supervision sowie kreative Gruppenangebote und Workshops. Das Projekt befindet sich noch in der Startphase und die bisherige Aufbauarbeit wurde ehrenamtlich geleistet. Sämtliche bisherige Beratungen und Therapiestunden wurden dokumentiert und soviel lässt sich jetzt schon sagen: Der Bedarf danach ist ungeheuer groß.
Beratungen sind kostenlos, Psychotherapiestunden werden zurzeit gegen sozial gestaffelte Honorare angeboten. Sobald ausreichend Förderzusagen vorliegen, sollen alle Unterstützungsleistungen kostenlos sein. „Wir glauben, soziale Gerechtigkeit beginnt dort, wo sie am dringendsten gebraucht wird.“ lautet ein Statement der Gründer:innen. Bewusst ist daher auch der Standort gewählt worden: Im Kulturhaus Brotfabrik, mitten in Favoriten, in einem der vielfältigsten Bezirke Wiens, der von großer kultureller Vielfalt geprägt ist und der sich dynamisch entwickelt.
Das zeigte sich unter anderem am 11. Juni bei der Veranstaltung Favoriten verbindet,die dazu diente, im Bezirk ein nachhaltiges Netzwerk zwischen Kunst, Zivilgesellschaft sowie Menschen mit und ohne Migrationsbiographie aufzubauen. Zahlreiche Einzelpersonen und Gruppierungen aus Favoriten stellten dort ihre Aktivitäten aus dem sozialen oder künstlerischen Bereich vor. Vertreten waren zum Beispiel Theaterschaffende und Musiker:innen, Filmemacher:innen, Medienkünst:ierInnen, eine Keramikerin sowie ein Museumsprojekt für Jugendliche, junge Erwachsene und Frauengruppen.
Mutraum möchte über die Verbindung von Therapie bzw. Beratung mit künstlerischen Aktivitäten kreative Prozesse anregen und damit den Klient:innen neue Perspektiven und eine aktive Teilnahme in einem gemeinschaftlichen Umfeld ermöglichen. Derzeit können die Aktivitäten in deutscher, türkischer und kurdischer Sprache angeboten werden, sobald die Finanzierung geklärt ist, werden auch Mitarbeiter:innen mit weiteren Muttersprachen dabei sein. Mit der ganzheitlichen, kultursensiblen und ressourcenorientierten Arbeitsweise soll eine große Zielgruppe angesprochen werden. Erwachsene, Kinder, Jugendliche und ältere Personen mit und ohne Migrationsbiographie zählen ebenso dazu wie Personen in sozialen, pädagogischen und beratenden Tätigkeiten. Für die Letztgenannten wird es Fortbildungsmöglichkeiten und Praktikumsplätze geben.
Alles in allem: Es herrscht Aufbruchstimmung in Favoriten!

